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Butscha
Ein russischer Panzer hielt direkt an unserem Fenster und richtete seinen Lauf auf uns
Viktoria Drusenko, Juristin "Jüdische Agentur für das Land Israel"
Versteckt im Keller

Foto mit freundlicher Genehmigung von Viktoria Drusenko
Am 24. wurden wir morgens durch eine Explosion auf dem Flugplatz in Hostomel wach – das war in einer Entfernung von fünf Kilometern. Freunde von dort schickten uns sogar ein Video der russischen Luftlandetruppen. Wir konnten es einfach nicht glauben und waren in den ersten beiden Tagen danach ganz verwirrt.

Die Geschäfte waren leer, wir aßen Matzen vom vergangenen Jahr

Einige Nachbarn verstanden die Lage sehr schnell, betankten ihre Autos und fuhren weg. Aber als wir wieder denken konnten, sahen wir, dass nur wenig Benzin im Tank war und wir wussten nicht einmal, ob es bis Kiew reichen würde. Die Sirenen ertönten nicht, wir mussten uns an unserem Hund orientieren – er spürte nahende Angriffe frühzeitig, spitzte seine Ohren, erstarrte und sträubte sein Fell. Am dritten Tag waren wir schon abgeschnitten, es gab kein Brot, die Geschäfte waren leer, wir aßen Matzen vom vergangenen Jahr. Nur gut, dass ich mich erinnerte, wie man Brot backt und ich machte mich im Keller daran, für uns und die Nachbarn zu backen.
Die Explosionen machten den Kindern Angst, deshalb richteten wir im Keller Schlafplätze ein. Mehrere Familien wohnten dort wie Sardinen in der Büchse – alle mit Kindern. Ein Baby wurde im Kinderwagen einfach über den Flur hin und her gefahren – ich habe noch ein Video davon.

Ich erklärte mich bereit, ehrenamtlich bei einer Hotline für Israelis und potentielle Rückkehrer zu arbeiten. Zwischen Keller und Wohnung hin und her rennend, beantwortete ich tags und nachts Telefonanrufe. „Mama, wie kannst du das tun, du rettest die anderen, und wir?“ beklagte sich meine 14jährige Tochter. Aber ich hatte nicht vermutet, dass alles so kommen würde und unser Butscha eingekreist und besetzt werden würde.

Am dritten Tag begannen Probleme mit der Telefon- und Internetverbindung, der Wasserturm wurde zerstört – es gab weder Wasser noch Strom und wenig später auch kein Gas mehr. Um den Verwandten mitzuteilen, dass wir am Leben sind, musste man auf den Dachboden des neunstöckigen Hauses steigen. Nach der ersten nicht zustande gekommenen Evakuierung kletterte ich dort hinauf – draußen Explosionen, irgendwo in der Nähe wird geschossen, und plötzlich läuft ein Mensch herbei und richtet die Waffe auf mich. Ich erkannte einen Nachbarn und rief rechtzeitig: „Ich bin eine von euch!“

Fenster des Hauses von Viktoria Drusenko nach dem Beschuss

Foto mit freundlicher Genehmigung von Viktoria Drusenko
Ende der ersten Woche zerschlugen die Ukrainischen Streitkräfte eine Kolonne der russischen Armee auf der Woksalnaja Straße – von den Kämpfen bebte bei uns sogar der Keller. Und vor diesem Hintergrund erzählten die Nachbarn andauernd, dass ihre Freunde oder Verwandte bei dem Versuch, die Stadt zu verlassen, getötet worden waren und man ihre Körper nicht bergen konnte. Sie lagen so da, in den Autos, auf den Straßen…

Als die feindliche Kolonne an unserem Haus vorbeifuhr, warf einer der Bewohner einen Molotow-Cocktail aus dem Fenster und schrie „Slava Ukraini!“ (Ruhm der Ukraine!) Und eine Gewehrsalve zerschlug die Fenster. Viele Medien haben die Fotos der zerschossenen Fensterscheiben mit Blick auf die Kirche veröffentlicht – und das sind die Fenster unseres Hauses in der Chmelnizkij-Straße 2.

Dann hielt noch ein russischer Panzer direkt gegenüber den Fenstern unserer Wohnung und richtete die Laufmündung auf uns. Als er wegfuhr, lagen auf dem Rasen Flaschen eines teuren Whiskys und Chips herum, gestohlen aus einem Geschäft. Wir wohnten in der zweiten Etage und konnten alles gut sehen.

Solange es Gas gab, lief ich manchmal aus dem Keller in die Wohnung, um für die Kinder etwas zu kochen, aber dann war es nur noch auf der Straße, begleitet von Kanonaden, in Fässern oder auf dem Feuer möglich. Wenn es ruhig war, nahmen die Männer Zäune auseinander, schleppten Bretter von Baustellen herbei und machten Feuer direkt im Torbogen des Hauses. Der Eingang war gesprengt, Wasser strömte von der Decke, Beleuchtung gab es nicht.

Der Keller, in dem sich Viktoria und ihre Familie versteckt hielten
Foto mit freundlicher Genehmigung von Viktoria Drusenko
Wir warteten fünf Stunden in der Kälte – Kinder, Alte, Invaliden, aber an jenem Tag kamen keine Autobusse, die russische Seite ließ sie nicht passieren
In der ersten Woche verließen die Kinder den Keller nicht – sie hatten große Angst. Aber als es ganz kalt wurde, versammelten wir uns mit einigen Familien in einem Windfang zwischen den Wohnungen. Es war dort eng, dafür aber warm.

Dann nahmen Flüchtlinge aus Worsel und Hostomel unsere Plätze im Keller ein, die dort ihre Häuser verloren hatten. Die Schlüssel gingen von Hand zu Hand. Vor unserer Evakuierung hatten wir im Keller einen Wasservorrat angelegt, als es noch welches gab, wir hatten auch etwas an trockenen Lebensmitteln und Konserven dagelassen.

Die Menschen teilten natürlich, aber es gab auch andere Fälle. Als die Geschäfte zerstört wurden, versuchten einige, alles wegzuschleppen, und das betraf leider nicht nur das Essen. Sie nahmen auch Kleidung, technische Geräte und Schmucksachen mit.

Die Mutigeren wickelten sich in weißen Stoff und gingen mit erhobenen Händen hinaus, um nach Resten von Essbarem in den Geschäften zu suchen. Versorgung gab es seit den ersten Kriegstagen nicht mehr und die Medikamente aus den Apotheken hatte man am zweiten Tag an das Krankenhaus gegeben, um sie vor Plünderern zu bewahren.

Die Russen beschossen die Krankenwagen

Alle militärischen Kräfte konzentrierten sich auf den Schutz Kiews, deshalb waren in Butscha wenig Soldaten der Ukrainischen Streitkräfte, wenige Freiwillige und eine schwache territoriale Verteidigung.

Die Russen beschossen die Krankenwagen, töteten Freiwillige, die versuchten, humanitäre Hilfe zu bringen, obwohl alles von den jeweiligen Einheiten abhing. In anderen Stadtteilen – Steklosawodskij, Jablonskij, standen Kadyrowzy – man sagte, dass sie einen aus nächster Nähe erschießen konnten. Aber im Zentrum waren im wesentlichen junge Männer.

Unser mehrstöckiges Haus steht neben dem Bürgermeisteramt – und das spielte eine Rolle, als die grünen Korridore geöffnet wurden. Aber es gab von Anfang an abgeschnittene Bereiche, wo keine Freiwilligen durchkommen konnten – weder Medikamente bringen, noch Menschen evakuieren. Am 9. März kamen wir zum Bürgermeistamt – dort war der Sammelpunkt für die Evakuierung.

Es ist kalt, es schneit, in der Nähe hört man Detonationen, ein Geschoss trifft ein Haus in Kiewo-Mirozkajâ und wir stehen und warten… An uns vorbei fährt ein Raschisten-Schützenpanzer, oben acht Soldaten mit schussbereiten Maschinengewehren, auf den Schultern Granatwerfer, einer beobachtet mit einem Scharfschützengewehr die Dächer. Alle sind jung, etwa 18 – 20 Jahre alt. Wir warteten fünf Stunden in der Kälte – Kinder, Alte, Invaliden, aber an jenem Tag kamen keine Autobusse, die russische Seite ließ sie nicht passieren.

Fenster des Hauses von Viktoria Drusenko nach dem Beschuss
Foto mit freundlicher Genehmigung von Viktoria Drusenko
Momente der Stille
Foto mit freundlicher Genehmigung von Viktoria Drusenko
Auf den Straßen ihrer Heimatstadt
Foto mit freundlicher Genehmigung von Viktoria Drusenko
Als wir nach Worsel abbogen, sahen wir einen ausgebrannten Wagen mit weißen Lappen und der Aufschrift „Kinder“
Abseits stand eine Kolonne von privaten Autos, die den Autobussen folgen sollte – man erlaubte ihnen auch nicht zu fahren, obwohl der Korridor auf staatlicher Ebene vereinbart worden war. Aber einer verlor die Nerven – fuhr als Erster los und die anderen folgten. Wir trauten uns damals nicht, aber warteten ungeduldig auf eine Nachricht – die, die zuerst gefahren waren, sind gut angekommen. Am folgenden Tag formierte sich genauso eine Kolonne – mit weißen Bändern und dem Wort „Kinder“ auf den Fenstern. Jeder bemühte sich, möglichst viele Passagiere in seinem Auto mitzunehmen – so fuhren wir zum Beispiel mit einer Familie, mit der wir zusammen in dem Windfang zusammengepfercht waren – drei Frauen, drei Kinder und mein Mann am Steuer. Zur gleichen Zeit – am 10. März, ließen sie die ersten 50 Autobusse mit Kindern, Frauen und Invaliden durchfahren.

Bei denen, die am 9. März gefahren waren, hatten die Russen die Telefone konfisziert oder die SIM-Karten vernichtet. Aber wir fanden alte Mobiltelefone, die wir sichtbar im Auto hatten, während wir die neuen im Wagen unter den Fußmatten versteckten.

Hinter unserem Haus – ein Massengrab

Ich wollte ein Foto machen, alle schrien mich an, wenn sie das fänden, könnten sie uns umbringen. Auf beiden Seiten der Straße – zerstörte Häuser, nicht explodierte Geschosse, am „Epizentrum“ (Supermarkt) – ein zerschossenes Auto, innen tote Körper, ich konnte sogar die Haarfarbe einer Frau erkennen – rot. Als wir nach Worsel abbogen, sahen wir einen ausgebrannten Wagen mit weißen Tüchern und der Aufschrift „Kinder“. Wir dachten – wie viele solcher Wagen werden wir unterwegs treffen und werden wir nicht unter ihnen sein? Meine Freundin hat eine Tochter – deren Klassenkameradin mit ihrer Familie war in einem solchen Auto… Die Eltern überlebten, das Mädchen nicht.

Die Route war streng abgesprochen und angeordnet – von Butscha nach Worsel, über russische Kontrollpunkte. Auf dem Weg fuhren Kolonnen mit russischem Kriegsgerät, ein Meer von Panzern und Schützenpanzern und in jedem Hof im Wohnviertel stand ihre Kriegstechnik.

Unser Benzin reichte genau bis zur ersten Tankstelle in Kiew. Wir hatten große Angst, dass wir mitten auf der Straße stehenbleiben oder über ein Stück Metall fahren und die Reifen beschädigen würden. Unsere Verwandten rieten uns, eine Ruhepause einzulegen, uns zu waschen, denn wir waren so viele Tage ohne Wasser gewesen – in den Kellern und Windfängen. Ich sagte dazu, dass wir uns in Lwiw schon waschen würden.

Wir übernachteten in Lwiw, von dort ging es mit dem Bus des israelischen Außenministeriums nach Przemysl (Polen). Dort nahmen wir mit „Sochnut“ Verbindung auf, durchliefen in Warschau die konsularische Kontrolle und flogen nach Israel.

Was ließen wir zurück? Hinter unserem Haus ist ein Massengrab, wo am 11. März 2022 76 Tote nur in Säcken begraben wurden – damals erlaubten die Russen zum ersten Mal, die auf den Straßen liegenden Leichen zu sammeln. Später wurden dort weitere Tote beerdigt – nebst denjenigen, die in den Höfen, Gärten und Beeten begraben wurden.

Und wie viele Tote lagen in den Kellern und Garagen in anderen Stadtteilen – in der Jablonskij-Straße, an der Glasfabrik usw. Dazu kommt ein ganzes Feld namenloser Gräber auf dem Friedhof, wo die Menschen liegen, die nicht identifiziert werden konnten…

Die Stadt Butscha nach der Befreiung von den Russen
Foto mit freundlicher Genehmigung von Ukrinform TV
In unserer Stadt kann man noch schrecklichere Beispiele sammeln
Artur Rodenko, ein junger Betreuer, mit dem unsere Kinder ins Ferienlager fuhren, kam auch ums Leben. Nach der Befreiung wurde sein Leichnam in einem Massengrab im Dorf Mirozkoe gefunden. Und noch eine Bekannte wurde getötet – Janna Kamenewa. Ich kam oft in ihren Laden, um Gemüse, Obst und Milch zu kaufen. Man fand ihr ausgebranntes Auto – es wurde lange gesucht, denn es war blau, durch das Feuer aber aschgrau geworden. Am 5. März hatte Janna versucht, eine Frau mit ihrer Tochter im Schulalter und noch einem anderen Mädchen aus der Stadt zu bringen und an einer Straßenkreuzung beschoss ein russischer Schützenpanzer ihren Wagen. Sie wurde erst im April gefunden.

Vom Onkel meiner Freundin blieb fast nichts übrig – sie kratzen seine Überreste nur noch von den Wänden ab

Als ich das Bürgermeisteramt verließ, um bei „Sochnut“ zu arbeiten, bekam Margarita Tschekmarewa meine Stelle in der Abteilung für Wohnungswesen und kommunale Dienstleistungen. Mit ihrem Mann und den beiden Kindern versuchte sie Anfang März mit dem Auto die Stadt zu verlassen und wurde von einem russischen Schützenpanzer erschossen. Margarita und die Kinder waren auf der Stelle tot, ihr Mann wurde durch die Explosion in einen Graben geworfen. Ihm wurde ein Bein abgerissen, doch er überlebte und hat später berichtet. Die Nachbarn unserer Freunde wurden an der Kreuzung Kiew-Mirozkoe und Woksalnaja erschossen – ihre Körper blieben im Wagen.
Vom Onkel meiner Freundin blieb fast nichts übrig – ich weiß nicht, womit sie in den oberen Stockwerken geschossen haben, aber sie kratzen seine Überreste nur noch von den Wänden ab. Als ob es den Menschen nie gegeben hätte.

Die Mutter eines Kollegen meines Mannes starb, als sie im Keller saß – sie wurde direkt im Hof beerdigt.

Es gibt Vermisste – zum Beispiel die Familie eines Klassenkameraden meiner älteren Tochter. Die Eltern eines Jungen, der mit meiner jüngeren Tochter in den Kindergarten ging, können auch nicht gefunden werden. Und es werden noch sehr viele vermisst, die ich vom Sehen kannte, zum Beispiel in den Geschäften, in der Poliklinik usw.

Es gelang einen über Sechzigjährigen im Zuge der jüdischen Emigration herauszubringen – er hatte kein Internet, ich verfolgte von Polen aus die grünen Korridore und schickte ihm SMS-Nachrichten, wie er von Lesna Butscha zum Evakuierungspunkt kommen konnte. Genadij Chanes hingegen, einen Chirurgen aus Ochmatdet, einer Kinderspezialklinik in Kiew, war es nicht möglich zu evakuieren, er überlebte die gesamte Besetzung in Butscha.

In unserer Stadt kann man noch schrecklichere Berichte hören. Ich kenne jemanden, der blieb und die toten Alten in den Gärten begrub.

In Russland wird all das anders wahrgenommen. Ich hatte eine Freundin in St. Petersburg, die vor drei Jahren bei mir in Butscha zu Gast war. Ihr Mann stammt von hier und trat in die Freiwilligenarmee ein, fuhr humanitäre Hilfe aus und verschwand im Frühjahr spurlos. Erst im Juli wurde seine Leiche bei Mirozkoe gefunden. Sie hatten in den letzten Jahren getrennt gelebt. Ich schrieb Sweta, dass Lescha tot sei. Sie dankte mir, aber fügte hinzu: „Wika, sei nicht böse, aber leider wird es bald den Staat Ukraine auf der Weltkarte nicht mehr geben.“

Die Stadt Butscha nach der Befreiung von den Russen
Foto mit freundlicher Genehmigung: President.gov.ua
In unserer Hebräisch-Schule sind Rückkehrer aus der Russischen Föderation, die die Ukraine unterstützen, obwohl sie Russland für ihre Heimat halten
Wir mieten eine Wohnung in Jerusalem, lernen im Ulpan (Hebräischkurs), die Mädchen gehen in die Naale-Schule, hier sind Kinder aus allen GUS-Staaten. Der Unterricht erfolgt auf Russisch mit intensivem Hebräisch-Lernen. Das Thema Krieg ist in der Havat a-Noar-Schule tabu, obwohl die Kinder trotzdem unter sich darüber sprechen. Bemerkenswert ist, dass viele Kinder aus Russland die Ukraine unterstützen, zu Hause eine ukrainische Fahne haben, einige gehen zu proukrainischen Kundgebungen.

Neulich war ich im Theater und unterhielt mich in der Pause mit einer älteren Frau. Sie war vor langer Zeit aus Russland gekommen. „Und stimmt es“, fragt sie, „dass das in Butscha eine Inszenierung war?“ Ich habe nicht versucht, sie zu überzeugen, sagte ihr nur, dass mein Telefon voll von solchen „Inszenierungen“ sei. Zerschossene Fenster, ein Video, wie wir nachts im Teekessel Wasser kochen, während im Hintergrund geschossen wird. Sie war so erschüttert, dass sie nach der Vorstellung zu mir sagte, sie habe in diesem Monat noch keine Zedaka gegeben und sie wolle sie mir geben. Ich fühlte mich sehr unwohl, unangenehm war aber auch, es abzulehnen; es war einfach so überraschend.

In unserem Hebräischkurs gibt es Repatrianten aus der Russischen Föderation, die die Ukraine unterstützen, obwohl sie Russland als ihre Heimat sehen. So haben wir uns mit einem jungen Paar aus Moskau angefreundet – sie hatten schon Visa für die Alija und hatten sich darauf vorbereitet, im Sommer zu fahren, aber als am 24. Februar der Krieg begann, flogen sie sofort, sie hielten es nicht länger in Russland aus.

Die Zeugenaussage wurde am 31. Mai 2022 aufgezeichnet

Übersetzung: Dr. Dorothea Kollenbach